Hochsensible Menschen werden viel zu oft als schwach oder „beschädigt“ gesehen. Aber intensiv zu fühlen ist kein Zeichen von Schwäche, es ist das Markenzeichen großer Lebendigkeit und großen Mitgefühls. Nicht der empathische Mensch ist kaputt, sondern unsere emotional behinderte Gesellschaft. Es ist nichts Beschämendes daran, Gefühle authentisch auszudrücken … denn das hält den Traum am Leben von einer menschlicheren Welt.

Anthon St. Maarten

Gerne unterstütze ich hochsensitive Erwachsene, Jugendliche & Kinder dabei, ihre Hochsensitivität wertzuschätzen. Ich biete auch Seminare zum Thema Hochsensibilität mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Bei Interesse senden Sie bitte ein email an praxis@kinesiologie-coach.at

Hochsensitiv oder auch Hochsensibel. Beide Bezeichnungen sind richtig und doch gibt es einen kleinen Unterschied. Persönlich verwende ich die Bezeichnung Hochsensitiv lieber, da das Wort „sensibel“ manchmal missverständlich verwendet wird. Oder? Wer kennt das nicht? „Sei nicht schon wieder so sensibel“ – „Du bist so übersensibel“ „Der/Die ist ein Sensibelchen“ usw.

Der Begriff HSP, also Hochsensitive oder Hochsensible Person bzw. HSK, Hochsensitives/Hochsensibles Kind, wird besonders von der amerikanischen Psychologin und Psychotherapeutin Elaine N. Aron geprägt, die sich seit 1991 damit beschäftigt. Es handelt sich hier also noch um ein sehr junges Forschungsgebiet, was auch erklärt, dass es noch nicht überall bekannt ist. Aber es wird mit der Bekanntheit immer besser und das ist auch gut so. Ca. 15 – 20 % der Menschen weltweit sind hochsensitiv geboren. Die Tendenz ist steigend. Bei unseren Kindern sind es schon bis zu 35 %[1] die mit dieser Begabung geboren werden, was vermuten lässt, dass Hochsensitivität der nächste Evolutionsschritt der Menschheit ist.

Jedes Lebewesen, wir alle nehmen die ganze Zeit Informationen über unsere Sinnesorgane auf. Der Großteil dieser Infos wird durch unser Nervensystem als irrelevant herausgefiltert.

Hochsensitive Menschen nehmen MEHR, INTENSIVER und DETAILLIERTER wahr als der Großteil der Menschen. Sie verfügen über eine höhere Aktivität in bestimmten Gehirnregionen (PMA: Prämotorischer Cortex, IFG: Gyrus frontalis inferior oder die untere Stirnwindung, MTG: Gyrus temporalis medius = Teil des Temporallappens) und diese höhere Aktivität ist auch über MRT messbar. Es wird nichts herausgefiltert, sondern ALLES wird wahrgenommen und auch gründlicher verarbeitet. Hochsensitive Menschen denken intensiver nach, haben stärkere und schnellere emotionale Gefühlsreaktionen, wie z. B. Wut, Angst, Freude, etc.

Hochsensitivität ist KEINE Krankheit, sondern eine wunderbare Persönlichkeitseigenschaft.

Für alle wichtig und für Hochsensitive Menschen noch viel wichtiger, um Reizüberflutung und auf Dauer damit verbundene Überforderung oder gar ein Burnout zu vermeiden, ist eine ausgewogene Balance zwischen Anspannung und Entspannung.

Leider neigen gerade hochsensitive Menschen zu Perfektionismus und Überforderung oder vergessen auf den für sie so wichtigen Ausgleich.

Es ist für Hochsensitive essenziell, herauszufinden, was sie nährt, was ihr Wohlbefinden unterstützt, wo und wie sie den notwendigen Rückzug finden und wie sie ihre Akkus wieder aufladen können.
Dabei hilfreich können beispielsweise sein:

  • Die Natur genießen, in Form von Spaziergängen, Sonne, Wasser usw.Bewegung & Sport, z. B. Laufen, Yoga, Tanzen etc.
  • Ausreichend schlafen, gerne auch untertags
  • Regelmäßige Auszeiten und Pausen
  • Regelmäßige, hochwertige Nahrung & ausreichend Flüssigkeiten wie Wasser, Tee oder Fruchtsäfte
  • Meditation & Entspannungstechniken
  • Verzicht auf „schlechte“ Nachrichten & Medienkonsum
  • Lesen, Musik, Kunst, Düfte …
  • Wellness geht auch zu Hause, z. B. Meersalzpeeling, Entspannungsbad
  • Ein Nein zu Dir ist ein JA zu mir. – Nein-Sagen lernen
  • Zentrieren, Erden, Abgrenzen, Achtsamkeit
  • Sich selbst etwas Gutes tun
  • Auf den eigenen Körper/die innere Stimme hören
  • Liebevoller Umgang mit sich selbst, nicht zu streng sein mit sich selbst
  • Gesunder Egoismus
  • Und vieles mehr! Es ist wichtig, herauszufinden: Was tut mir gut, was stärkt mich, was gibt mir Energie und was raubt mir Energie, was sollte ich lieber sein lassen.

Wenn jemand die Welt retten kann, dann sind es vermutlich die Hochsensitiven unter uns. Wer weiß, vielleicht sind wir ja genau deswegen mit dieser Gabe beschenkt worden.

Hochsensibilität darf nicht mit Schwäche verwechselt werden. Denn in Wahrheit ist es unsere größte Stärke. Achten wir gut auf uns und gehen wir liebevoll mit uns und unserer Hochsensitivität um! Unsere Hochsensitivität wird es uns danken!

Unter hochsensitiv.net gibt es weitere Informationen zum Thema Hochsensitivität.

[1] The functional highly sensitive brain: a review of the brain circuits underlying sensory procession sensitivity and seemingly related disorders (Acevedo, Aron, Pospors, Jessen, 2017)

Kinesiologie Bianca Bracher-Rieß St. Pölten